100 Jahre Frauenwahlrecht - 8. März

Liebe Frauen,

der Internationale Frauentag blickt inzwischen auf eine mehr als 100-jährige Geschichte zurück. Am internationalen Frauentag 1911 - der ursprünglich als Kampftag für das Frauenwahlecht gedacht war - gingen mehr als eine Million Frauen in Deutschland mit der Forderung „Heraus mit dem Frauenwahlrecht!" auf die Straßen. Es war ein langer Weg. Das Wahlrecht musste von den Frauen gegen viele Widerstände eingefordert und erkämpft werden: Politik widerspräche der "natürlichen" Bestimmung der Frau" so Immanuel Kant.

Am 12. November 1918 endete der Jahrzehnte dauernde Kampf um das Frauenwahlrecht.

Im Januar 1919 bei der Wahl zur Nationalversammlung war es soweit: Frauen konnten wählen und gewählt werden und das taten sie auch. Die Wahlbeteiligung lag bei 83 % und 37 Frauen (8,7 %) wurden in die Nationalversammlung gewählt.

Als erste Frau in der Weimarer Nationalversammlung sprach am 19. Februar 1919 die Sozialdemokratin Marie Juchacz:

"Wir Frauen sind dieser Regierung nicht etwa Dank schuldig. Was diese Regierung getan hat, das war eine Selbstverständlichkeit; sie hat den Frauen gegeben, was ihnen bis dahin zu Unrecht vorenthalten worden ist."

Was bedeutet das für HEUTE? - Manuela Schwesig - Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern gibt folgende Antwort: "Der Kampf der Frauen um ihre Rechte ist nicht von gestern. ...Und es gibt so vieles, was Frauen zu Unrecht vorenthalten wird. Bescheidenheit ist deshalb so fehl am Platz wie 1919...So wie sich Frauen 1918 das Wahlrecht erkämpft haben, so müssen sie sich heute Führungspositionen und Lohngerechtigkeit erkämpfen. Freiwillig gibt niemand Macht auf."

Die Liste der nicht verwirklichten Frauenrechte bleibt lang: Chancengleichheit im Arbeitsleben, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, Verbesserung der Situation von Migrantinnen und anderen Minderheiten, Kampf gegen Gewalt an Frauen, Zwangsprostitution und Frauenhandel.

Auch heute nutzen Frauen weltweit weiterhin den 8. März, um auf unsere Belange aufmerksam zu machen. Sie fordern eine Gesellschaft, in der alle Menschen wirklich gleichberechtigt sind.

In diesem Sinne,
Ihre Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Wesel